KONRAD KLAPHECK

*1935 Düsseldorf – lebt in Düsseldorf

Konrad Klapheck zählt zu den Klassikern der deutschen Nachkriegs-Avantgarde. Schuhe, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Telefone oder Bügeleisen sind die Motive seiner Bilder, für die er heute bekannt ist. Die banalen Gegenstände verwandelt er zu Ikonen oder Dämonen unserer Alltagswelt. Dabei nehmen sie oft menschliche Züge an, sprechen Gefühle aus und schaffen seltsame Assoziationen. Aus ihnen spricht eine gewisse Skepsis gegenüber der allgemeinen Technikeuphorie der 1950er Jahre, die mit einer Selbstentfremdung des Menschen einhergeht.

Anders als oft vorschnell festgelegt, entstehen die monumentalisierten Darstellungen nicht in der Atmosphäre von Pop Art, die Werbung, Konsum und Alltag verherrlicht. Stattdessen klingen Aspekte von Neuer Sachlichkeit und ein in der Realität verhafteter Surrealismus an. Vor allem mit seinen präzise gemalten Maschinenbildern formulierte Klapheck einen prägnanten Gegensatz zur Kunstströmung seiner Zeit, die vom Gestus der lyrischen Abstraktion geprägt war. Klapheck studiert 1954 bis 1958 an der Düsseldorfer Akademie bei Bruno Goller. 1955 malt er zum ersten Mal eine Schreibmaschine und findet damit das persönliche und einzigartige Sujet, das ihn fortan über Jahre beschäftigt. Bereits Ende der 1950er Jahre hat er großen Erfolg mit seiner Kunst. Außerdem knüpft er Kontakte zu den Pariser Surrealisten, zu Pop-Art-Künstlern und zu René Magritte.

1965 erhält er eine erste Einzelausstellung in Paris bei der Galerie Ileana Sonnabend, im Folgejahr zeigt die Kestner-Gesellschaft in Hannover eine erste Retrospektive. Von 1997 bis 2002 übernimmt er eine Professur für Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Ende der 1990er kehrt er nach mehr als 40 Jahren Beschäftigung mit Gegenständen zur menschlichen Figur als vorrangigem Bildthema zurück. 2003 zeigt er den Maler und sein Model im Atelier. Es folgen Personen in bürgerlichen Interieurs wie Bade- oder Esszimmern und Jazzmusiker aus der Serie „Swing, Brother, Swing“, die seine Liebe zur Musik wiedergeben.

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