RICHARD PAUL LOHSE

1902 Zürich – 1988 Zürich

Da Lohse früh Halbwaise wird, wächst er in ärmlichen Verhältnissen auf. Er schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und macht von 1918-1922 eine Lehre als Reklamezeichner bei Max Dalang. Gleichzeitig besucht er den Unterricht an der Kunstgewerbeschule Zürich. Doch sein Traum, in Paris Kunst zu studieren, kann er nicht verwirklichen. In den 30er Jahren wird Lohse als Grafiker und Buchgestalter zu einem der Pioniere der modernen Schweizer Grafik; als Maler beschäftigen ihn in dieser Zeit Kurvaturen und diagonale Konstruktionen.

1937 gründet er mit Leo Leuppi die Künstlergruppe allianz, zu der auch Camille Graeser gehört. Während seines ganzen Lebens war es ihm wichtig, Architekten, Grafiker und Künstler in Verbänden und Gruppen zusammenzuführen, um die gesellschaftspolitische Bedeutung der Kultur zu fördern. Während des Zweiten Weltkriegs ist er zudem politisch für den Widerstand engagiert und unterstützt Emigranten durch illegale Aktivitäten. Er ist auch Teil einer antifaschistischen Organisation. Künstlerisch entwickelt er noch während des Krieges standardisierte Bildmittel: additive vertikale Reihen, rhythmische, serielle Strukturen, Farbmengengleichheit, modulare Ordnungen. Nach dem Krieg nimmt er an zahlreichen Ausstellungen, Biennalen und der documenta teil und organisiert selbst Ausstellungsformate. Des Öfteren gestaltet er Bücher und Zeitschriften und ist redaktionell für sie verantwortlich. 1962 wird er Mitglied der Ausstellungskommission des Kunsthauses Zürich.

Im Laufe seiner Karriere erhält er verschiedene Schweizer und ausländische Preise und Würdigungen für seine Kunst und für sein politisches Engagement für Kunst und Kultur. Darunter fällt auch die Ernennung zum Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres de la République Française durch den Kulturminister. 1987, ein Jahr vor seinem Tod, wird die Richard Paul Lohse Stiftung in Zürich eingerichtet.

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