AUGUSTO GIACOMETTI

1877 Stampa/Schweiz – 1947 Zürich

Aus der berühmten Malerdynastie stammend, widmet sich Augusto Giacometti früh der Malerei. Er absolviert 1894-1897 die Zeichenlehrerausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich und geht für weitere Studien nach Paris zu dem Jugendstilkünstler Eugène Grasset. Nach einem Aufenthalt in Florenz und dem Studium der Frührenaissance, lässt er sich ganz in Zürich nieder. Die Sommermonate verbringt er jeweils in seinem Heimatort Stampa. 1917 lernt er die Dadaisten Tristan Tzara, Marcel Janco, Sophie Taeuber-Arp und Hugo Ball kennen. Doch mehr beeinflussen ihn Frührenaissance, Symbolismus und Impressionismus. Ab 1918 verzichtet Giacometti auf Räumlichkeit und Plastizität in seinen Bildern und sucht nach der reinen Farbe. Mit seiner Kunst ist er einer der Wegbereiter der ungegenständlichen Kunst. Seinen Höhepunkt erlebt er von 1912-1917 mit seinen abstrakten, grossformatigen, tachistischen Werken.

Dank seines Erfolges erhält er zudem Aufträge für Wand- und Glasmalereien an Profan- und Sakralbauten. Unter anderem gestaltet er Glasfenster im Zürcher Grossmünster, vor allem aber die Eingangshalle der Polizeiwache im Amtshaus I in Zürich, die sogenannte Giacometti-Halle. Ab ca. 1940 wendet sich sein Stil wieder in Richtung Naturalismus. Sein Alterswerk ist geprägt von Blumenstillleben, Landschaften und Selbstporträts. Von 1939 bis zu seinem Tod ist er Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission.

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