MARC CHAGALL

1887 Ljosna/Weissrussland – 1985 Saint-Paul-de-Vence/Frankreich

Als Moishe Segal in Weissrussland geboren, erhält Marc Chagall seinen ersten Malunterricht bei einem heimischen jüdischen Maler. Mit Anfang Zwanzig zieht er nach St. Petersburg, wo er an der Swansewa-Schule vom berühmten Maler, Bühnenbildner und Kostümdesigner Leo Bakst unterrichtet wird. Dank eines Stipendiums kann Chagall 1910 nach Paris fahren und sich ein eigenes Atelier dort einrichten. Er kommt in Kontakt mit Robert Delaunay, Guillaume Apollinaire und Fernand Léger und mit dem Stil des Kubismus. 1914 organisiert Herwarth Walden auf Fürsprache Apollinaires in seiner Berliner Galerie Der Sturm Chagalls erste Einzelausstellung, die Chagall als Chance für einen internationalen Durchbruch betrachtet.

Von Berlin aus reist er zurück in seine Heimat und heiratet Bella Rosenfeld. Er reist nach Russland und will im revolutionären Umbruch mitwirken. Der Künstler nutzt die Gelegenheit, auszustellen und 1918 als ernannter Kommissar der bildenden Künste eine moderne Kunstschule zu gründen. 1920 verlässt er diese wegen Streitigkeiten und 1922 reist er endgültig zusammen mit seiner Familie aus Russland aus. In den 30er Jahren besucht der Künstler Israel, Spanien, Niederlande, Polen und Italien. 1924 in Paris und 1933 in Basel werden Retrospektiven Chagalls präsentiert. Bei Ausbruch des zweiten Weltkriegs emigriert die Familie in die USA, wo 1944 seine Frau Bella stirbt. Seine Kunst wird in Deutschland entweder verbrannt oder als «entartet» diffamiert.

Nach Kriegsende lässt er sich endgültig in Frankreich nieder, wo er seine zweite Frau, die Russin «Vava» heiratet. Chagall bereist weiterhin viele Länder, wo er auch ausgestellt wird. In dieser Zeit kreiert er Bühnenbilder und Kostüme für Ballette, Plastiken und arbeitet auch als Glasmaler, wobei er Fenster in Kirchen und anderen Gebäuden entwirft. Im Chor des Frauenmünsters in Zürich befinden sich bekannte Glasfenster des Künstlers. Doch berühmt wird er für seine Grafiken, vor allem Lithografien und Radierungen. In seiner Kunst verbindet er Fauvismus, Kubismus, Teile der russischen Volkskunst und der jüdischen Mythologie.

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