MARTIN KIPPENBERGER

1953 Dortmund – 1997 Wien

Martin Kippenberger wächst in einem wohlhabenden Umfeld als Sohn des Direktors einer Zeche und einer Dermatologin auf. 1968 bricht er die Schule ab und beginnt eine Dekorateurslehre, die er wegen Drogenkonsums nicht beenden darf. 1972-1976 studiert er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, unter anderen bei Franz Erhard Walther. Nach dem Studium zieht er nach Florenz. Durch die Bekanntschaft mit Albert und Markus Oehlen zieht er nach Berlin. 1978 gründet er zusammen mit Gisela Capitain Kippenbergers Büro, das junge Künstler ausstellt. Zugleich wird er Geschäftsführer der Veranstaltungshalle SO36.

Zwei Jahre später zieht er mit schriftstellerischen Ambitionen nach Paris. In den 80er Jahren wird seine Kunst in wesentlichen Ausstellungen, darunter auch 1988 auf der Biennale in Venedig, gezeigt. 1989 zieht er nach Los Angeles. In den 90er Jahren wird er Gastprofessor an der Städelschule Frankfurt, gibt Gastvorlesungen an der Yale University und an den Universitäten Nizza, Amsterdam und der Gesamthochschule Kassel. Seine Kunst wird auf der documenta IX und X gezeigt. 1996 erhält er den Käthe-Kollwitz-Preis. Postum werden seine Werke auch 2003 auf der Biennale in Venedig gezeigt.

Seine Kunst ist den Neuen Wilden zuzuordnen, er arbeitet aber auch in der Tradition von Dadaismus und Fluxus und damit an der Demontage des traditionellen Kunstbegriffs. Sein Aushängeschild sind Provokation, Zynismus und Spott. Diese provozieren beispielsweise 2008 den Protestbrief von Papst Benedikt XVI. und einen Hungerstreik des Präsidenten des Südtiroler Regionalrats. Stein des Anstosses ist seine 1990 entstandenen Skulptur eines gekreuzigten Frosches, die in einer Museumsausstellung öffentlich präsentiert wird.

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