FRANZ GERTSCH

*1930 Bern – lebt in Rüschegg/Schweiz

Vom väterlichen Interesse an zeichnerischen Darstellungen und Musik angeregt, erhält Franz Gertsch schon als kleines Kind positive Impulse für sein späteres künstlerisches Leben. Schon früh zeigen sich seine darstellerischen Fähigkeiten. 1947-1950 besucht Gertsch die Malschule Max von Mühlenen und macht anschliessend bis 1952 handwerkliche Studien bei dem Maler Hans Schwarzenbach in Bern. Werke von Gertsch werden ab 1957 in Ausstellungen wie «Die Zeichnung im Schaffen junger Schweizer Künstler» in der Kunsthalle Bern gezeigt.

1969 erlebt seine Kunst einen Wendepunkt, als er die Fotografie als Vorlage entdeckt und sein erstes grossformatiges Bild anfertigt. Von da ab erstellt er Werke, die, von Fotos oder Diaprojektionen ausgehend, der fotorealistischen Kunst nahekommen und doch einer eigenen Logik folgen. In den 70er Jahren entstehen Situationsporträts von Familie und Personengruppen. Seinen internationalen Durchbruch erlebt der Künstler 1972 mit der Teilnahme an der documenta V. 1978 und 1999 nimmt er an der Biennale in Venedig teil und beginnt 1980 seine Porträt-Serie von Irène, Tabea, Verena, Christina und Johanna. 1986 gibt er vorübergehend für acht Jahre die Malerei auf, um sich dem grossformatigen Holzschnitt zu widmen, der durch ihn eine besondere Stellung erhält. Als er die Malerei wieder aufnimmt, fertigt er eine Gräser-Serie und erneut Porträts an. Seine Werke werden international in Museen wie Les Abattoirs in Toulouse ausgestellt. Bis heute arbeitet der Künstler weiter an bereits existierenden und neuen Serien.

In der Schweizer Kunst nimmt Franz Gertsch eine wichtige Position ein. So öffnet 2002 ein ihm gewidmetes Museum und die Post gibt 2012 Sonderbriefmarken mit seinen Holzschnitt-Motiven heraus. Im Laufe seiner Karriere erhält Gertsch mehrere Stipendien, wie das DAAD-Stipendium, sowie Preise und Würdigungen, wie die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Kaiserrings der Stadt Goslar.

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