26. Oktober – 25. November 2016

Carol Rama

Arbeiten aus den 50er, 60er und 70er Jahren

Carol Rama gehört zu jenen starken Künstlerinnen, die bis ins hohe Alter oder gerade erst dann, in ihrer Einzigartigkeit erkannt und entdeckt wurden. Ähnlich Louise Bourgeois, erhielt die Künstlerin erst sehr spät im Leben verdiente Auszeichnungen und grosse Museumsausstellungen.

Carol Ramas ganze Hingabe galt der Kunst. Die 1918 in Turin geborene und dort 2015 verstorbene Künstlerin war ihr mit Leib und Seele verschrieben.

Rama kam aus einer wohlhabenden Turiner Unternehmerfamilie, die Autoreifen herstellte. Finanziell war sie also unabhängig. Doch sorgte diese Familie auch für Ramas traumatische Kindheit – die Mutter verbrachte viel Zeit  in der Psychiatrie, ihre Großmutter war schwächlich bis debil und ihr Vater beging Selbstmord.

Eine hohe Sensibilität, die Carol Rama auszeichnete, war Voraussetzung ihrer künstlerischen Tätigkeit, die von keiner Akademie oder Kunsthochschule in ihre Schranken verwiesen werden konnte. Rama war Autodidaktin. Bis ins hohe Alter schuf sie Werke von grosser Luzidität, Einfachheit und materieller Besonderheit. Die Autoschläuche der Reifenfabrik ihres Vaters wurden in den 70er Jahren ausgiebig in sinnliche Collagen und Bilder umgewandelt; in Kompositionen von eleganter Einfachheit mit einem feinnervigen Gespür für die ästhetische Kraft  des Materials.

Ramas Darstellungen werden als Bilder vorwiegend erotischer Motive beschrieben. Männliche und weibliche Geschlechtsteile und immer wieder die Zunge sind ihr Vokabular in den 30er und 40er Jahren. Und auch später zielen ihre Arbeiten vermehrt auf erotische Inhalte.

Die Galerie Haas zeigt 12 Arbeiten, auf Leinwand und Papier aus 1950, 1965 und den 70er Jahren.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch.

Galerie

Mehr