27. August – 30. September 2015

Günter Umberg, Giorgio Morandi

Günter Umberg (1942 in Bonn geboren) hat ein Werk geschaffen, das sich der Malerei und ihren grundsätzlichen Faktoren widmet: der Fläche, dem Raum und ihrer Interaktion; der Farbe, dem Pigment, ihrer Beschaffenheit und Erscheinungsweise; den Formen, Konturen und Dimensionen im Kontext aller. Und alles in äußerster Reduktion. Das klingt sehr technisch, rational, abstrakt, ja spröde. Doch sind gerade Umbergs Werke sinnliche und emotional erfassbare Artefakte, die den Betrachter umfänglich fordern. Umberg interessiert „das sich einverleibende Sehen“ beim Betrachter. Sein Element ist die Farbe. „…Wir fühlen Farben, bevor wir sie benennen können…Sehen ist zugleich…Erschaffen …..“ schreibt die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt.

Über Giorgio Morandi (1890 – 1964 Bologna) wurde gesagt, dass es ihm beim Malen seiner Stillleben um Sehen und Malen geht. Seine Aussage, „…das einzige Interesse, das die sichtbare Welt in mir erregt, betrifft den Raum, das Licht, Farbe und Formen…“ stellt sein Interesse am Sehen und den künstlerischen Mitteln über sein Interesse an den dargestellten Gegenständen. Sehen ist auch für ihn Grundlage und Endpunkt seiner Arbeit.
Morandis Kompositionen sind pulsierende Bildflächen. Bewegung in der Ruhe. Umberg sagt: „Meine Malerei demonstriert nichts, sondern gibt einer erregten Wahrnehmung Raum.“ Das verbindet Günter Umberg mit Giorgio Morandi. Beide, Morandi und Umberg, vertrauen auf die Leibbezogenheit der Wahrnehmung, auf die Ent-und Verkörperung eines Bildes im Prozess des Sehens und Erschaffens und bauen auf die Farbe. Denn dieser  kommt das Verdienst zu, ein wenig näher an das ‚Herz der Dinge‘ heranzuführen.

Deshalb hat sich Günter Umberg ein Stillleben von Giorgio Morandi ausgesucht, als ich ihn bat, einen Klassiker zu wählen, mit dem er ausstellen wolle. Deshalb gibt es die Ausstellung Günter Umberg und Giorgio Morandi. Gezeigt werden 2 Territorien von jeweils 5 und 6 Arbeiten  und 5 Einzelarbeiten von Günter Umberg sowie ein Stillleben von Giogio Morandi, das sich Günter Umberg ausgesucht hat.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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