4. Juni – 18 Juli 2015

Astrid Klein

Collagen, Spiegel und weiße Bilder

Bildhaft materielle Sinnlichkeit auf der einen Seite und intellektuelle Auseinandersetzung in Form von Text auf der anderen Seite, das sind wesentliche Kennzeichen der Arbeit von Astrid Klein.  Schrift und Bild gehen in ihren unterschiedlichen Arbeiten (Malerei/Collage) eine ebenso faszinierende Einheit ein wie Schrift und Licht: durch Aufleuchten erscheinen die  Inhalte getragen von der Immaterialität des entsprechenden Gegenparts, durch Überstrahlung nähern sich deren Botschaften der Abstraktion.

Seit ihrer Studienzeit, ab 1973, arbeitet Astrid Klein in unterschiedlichen Medien und Materialien. Neben Malereien (schwarze Bilder mit Text), entstehen Zeichnungen, Installationen und Objekte. Ab 1977 beginnt sie mit Collagen (wichtige Arbeiten sind hier Elvis, Kamikaze oder Spieler), 1980  entstehen Les tâches dominicales (sogenannte Sonntagsarbeiten). 1987/1991 setzt eine neue wichtige Phase für die Künstlerin ein. Mit der Skulptur Fliegenfänger (Fly-Catcher) findet sie eine rigorose Ausdrucksform mit Neon und Leuchtstofflampen. Von da an bis hin zu den 2010/13 realisierten teilweise 12 Meter hohen installativen Arbeiten, die Bestandteil eines umfänglichen Kunst-am-Bau-Projektes in Münster sind, arbeitet Klein immer wieder mit Licht.  1991 vollendet sie die Arbeit Paradiso terrestre, 1994 mehrere große Neon-Arbeiten für die Neubauten der Abgeordnetenhäuser in Berlin. Damit hat sich Astrid Klein in Deutschland als Lichtkünstlerin einen Namen gemacht.

Auch die Serie der berühmt gewordenen, zerschossenen oder zerstörten Spiegel, Objekte von faszinierender Luzidität und unausweichlicher Provokation, stammen aus dieser Zeit.

Klarheit im Denken und Artikulieren und somnambule Verweise verbinden sich bei Astrid Klein mit strukturierten visuellen Elementen und archaischen Kräften, die sich konkreter stilistischer Einordnung und Festlegung entziehen. Auf ihre Weise erweckt Astrid Klein Gegenwart und Vergangenheit zu  einem neuen existenziellen Denken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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