28. August – 17. Oktober 2014

Slawomir Elsner + Francis Picabia

Duett

Die Galerie Haas in Zürich hat die wunderschöne Idee entwickelt, Künstler auszustellen, die sich einen Klassiker als Leitfigur auswählen können.
Slawomir Elsner (*1976) wählte die „Espagnole à la guitare“ (1926/27) von Francis Picabia (1879-1953) aus. Es handelt sich um eine Gouache, 103 x 74,5cm groß. Die spanische Gitarrenspielerin schmilzt melancholisch unter ihren Klängen. Ihr Gesicht ist von ungemeiner Zartheit, die Lippen von ausgeprägter Sinnlichkeit.
In seiner Serie mit Musikern ist Slawomir Elsner ein Hansdampf in allen Gassen. Es handelt sich um Gemälde und Papierarbeiten in verschiedenen Ausmassen, in denen Bleistift, Aquarell, Farbstift, Gouache, Tusche, Acryl zum Einsatz gelangen. Picabia gleich „fickt“ sich Slawomir Elsner gnadenlos durch die Bildwelten. Er tut dies akribisch, als wäre der Teufel hinter seiner Seele her. Er tut dies intensiv als ginge es um das Hervorzaubern von Klängen, Melodien und Trommelwirbeln.

Aber jetzt kommt das Besondere: Slawomir Elsner variiert nicht Stile, sondern die durch den Einsatz des Mediums und dessen Verwendung bedingte Darstellung. Daraus ergeben sich „Stile“: Jener der Grafik, der Werbung – Picabia schätzte die Werbung –, des plakativen Realismus, des Cover Designs bis hin zu einfühlsamen Aquarellen, in denen plötzlich eine Qualität auftaucht, die den kunstgeschichtlichen Resonanzraum erklingen lässt.
Er hat die Poesie der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit von Beginn an als Lebensentwurf verinnerlicht. Er ist Chamäleon und Homme-Orchestre…, „ so Jean Christophe Amman in seinem Text zum Katalog.

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