29. Oktober – 2. Dezember 2013

abstrakt

„abstrakt“ – eine Ausstellung so zu betiteln, grenzt in seiner vermeintlichen Einfallslosigkeit schon fast an Provokation – lässt sich doch etwa jedes zweite Kunstwerk in der Moderne unter dem Titel subsumieren.

Vor genau 100 Jahren schuf Kasimir Malewitsch das Schwarze Quadrat, das er anfänglich auf einen Bühnenvorhang malte. Offensichtlich zeitgleich entstand auch Wassily Kandinskys Aquarell „Ohne Titel“, das von ihm wohl aus Gründen des künstlerischen Wettbewerbs auf 1910 vordatiert wurde. Bereits in diesen beiden Bildern differenziert sich die innerhalb der Abstraktion bis heute geltende Unterscheidung in „abstrakt-abstrahierende“ versus „abstrakt-gegenstandslose“, eine Differenzierung, die auch in unserer Ausstellung eine Rolle spielt. „Abstrakt-abstrahierende“ Kunstwerke denken die Komposition noch vom Gegenstand, der dann entsprechend abstrahiert wird. Das „Abstrakt-gegenstandslose“ erobert sich, wie exemplarisch das Schwarze Quadrat, einen autonomen Bildraum, der unabhängig von jeglichem Gegenstandsbezug seinen eigenen Gesetzen unterliegt.

Mit der Ausstellung „abstrakt“ wendet sich die Galerie Haas Zürich einem Bereich bildender Kunst zu, der bisher in ihrem Programm wenig Niederschlag fand. Hochkarätige Arbeiten verschiedener Generationen der europäischen Abstraktion treten in einen Dialog. Damit mischen sich Klassiker mit Vertretern  der jüngeren Moderne bis zu Werken heutiger abstrakter Malerei.

Den Anfang macht Jean Arp mit zwei Arbeiten aus den 30er Jahren. Ein besonderer Schwerpunkt bilden Werke der 50er, 60er und 70er Jahre von Künstlern, wie Joan Mirò, Antoni Tapiès, Victor Vasarely, Ben Nicholson, Carol Rama, Emil Schumacher. Mit einer Arbeit von Bridget Riley aus den 80er Jahren und drei  Arbeiten von Gary Kuehn, Michael Conrads und Bernar Venet, die das 21. Jahrhundert einleiten, wird die Überschau  abgeschlossen.

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