30. August – 11. Oktober 2012

Valerio Adami

Dall’Italia e la Germania alla Svizzera

„Figurenmaler, Landschaftsmaler und, unter ihnen, Marinemaler und Maler der Berge; es war vielleicht die Sehnsucht nach jenem klaren Licht und jener reinen Linie, die in den Erinnerungen an das Engadin meiner Kindheit nachlebten, die mich unerwartet zu einem „Maler der Berge“ werden ließen. Und ich, der ich bis zu diesem Tag Städte- und Figurenmaler gewesen war, machte mich auf den Weg zur Malerei der verschneiten Gipfel, der Almen, der Höhen, wohin sich die Steinböcke wagen.“

Valerio Adami, 1935 in Bologna geboren, gehört heute zu den Klassikern zeitgenössischer gegenständlicher Malerei in Italien. Zum ersten Mal in die Schweiz kam Adami als Teenager mit dem Wunsch, Thomas Mann, der damals in Zürich lebte, zu begegnen. Er traf den Schriftsteller und durfte ihm sogar die Hand drücken. Und obwohl Adami ein Leben lang die ganze Welt bereist und an vielen Orten auf verschiedenen Kontinenten gelebt hat, hegte er zur Schweiz stets ein sehr inniges Verhältnis. Die Schweizer Landschaft und einige ihrer kulturellen Persönlichkeiten sind in seinen Gemälden immer wieder anzutreffen.
Die Ausstellung Dall’ Italia e la Germania alla Svizzera beschäftigt sich mit den reichen internationalen Verknüpfungen, die Adamis biografischen und künstlerischen Werdegang ausmachen und die in seiner Kunst Niederschlag finden. In Umkehrung der „Grand Tour“ des 18. und 19. Jahrhunderts, jener obligatorischen Bildungsreise junger europäischer Adliger oder Künstler, die in Deutschland, Frankreich oder den Neiderlanden begann und dann über die Schweiz nach Italien ging, zeigt uns Adamis Ausstellung eine „Tour d’ Horizon“ italienischer und deutscher Malerei, Literatur, Musik, Philosophie, denen die Schweiz ein geografisches und ideologisches Zuhause geboten hat. Kurzum Adami verbindet Kultur mit Natur, Reisen mit Ankommen, Suchen mit Finden, Emphase mit Ruhe. Die Schweiz ist der Ort, wo viele Gastfreundschaft und Heimstatt gefunden haben.

„Der Symbolismus wurzelt in den Bergen“ sagte ich mir, „unter Berg und Tal liegt er verborgen“, und dann, „die Erinnerungen hinan und hinab, legte die Linie das Haus von Nietzsche in Sils-Maria auf das Blatt, das kleine Haus, das ich in meiner Jugend so liebte und Ziel vieler meiner Reisen war, als in mit Zarathustra in der Tasche wanderte…“

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